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Die Band hat ihren Standpunkt klargemacht. Als Randnotiz in einem Song, als Ausspruch in einem Interview oder neuerdings als Statusmeldung. Ich habe es zur Kenntnis genommen, gelesen und gekonnt ignoriert. Vergeudete Zeit. Trotz der Kritik in “Schrei nach Liebe” kullern meine Tränen bei “Mach die Augen zu”. Auch die Kritik an die Deutschrockszene verstummt nicht meinen Mitgesang bei “Alles was ich tat” und es darf auch jede Band der Welt gegrüßt werden – das “Auswärtsspiel” wird dennoch zelebriert! Musiker müssen sich positionieren (meist aus marketingtechnischen Gründen). Dies tun sie (Ihr wisst, wen ich meine) entweder selten oder in einem Rahmen, wo ich eh nie Teil von sein werde. Sie sollen und dürfen auch ihre Meinung haben, denn dafür sind sie ja Menschen. Jedoch muss ich mir die Sachen, die mir missfallen, nicht permanent anhören. Denn das ist nun mal das Gute an Musik, ich kann skippen. Es ist alles nur Musik.

Und nun kommt ihr! Ihr, die mir meine Interpretationen der Texte verunglimpft. Ihr, die mich abstempelt, mit dem was ich höre. Ihr, die mir die Erinnerungen zerstört, als genau eines dieser Lieder lief. Und ihr, die mich belästigt mit euren Meinungen. Das Wort Fan leitet sich von Fanatismus ab. Aber ihr? Ihr übertreibt es sogar! Egal ob ihr euch Punks, Skins, HipHopper, Deutschrocker oder sonstwas nennt! Ihr werdet zu Musikextremisten, wenn es um eure Band geht und ihr hasst jeden, der es auch nur wagt, Kritik zu üben. Ihr werdet zu religiösen Anhängern, wenn euer Prophet neue Texte ins Mikrofon brüllt. Wehe dem, der sich ketzerisch gegen eure Band zeigt. Dem droht das Vierteilen und Köpfen. Und ihr werdet zu Nervensägen, denn ich muss es ertragen! Ich muss eure Meinungen lesen, all die geteilten Videos bestaunen, die Kritik vernehmen, die Bilder sehen und ihr stört meinen Seelenfrieden damit. Ihr drängt euch mir auf. Dabei will ich das nicht! Dadurch will ich euch nicht! Und viel schlimmer: ich will meine – bis eben noch – so geliebte Musik nicht mehr! Dank euch! Denn ihr treibt einen Keil zwischen mir und diesen Hymnen, ihr streut solange Salz in diese kleine Wunde, bis es sie brennt und ihr penetriert mich, wie toll und wie schlecht doch jene Menschen sind. Ohne euch wäre mein Leben besser, ohne euch würden Konzerte mehr Spaß machen und ohne euch könnte ich die Musik genießen. Wie Musik-Ultras benehmt ihr euch, die zwar das beste wollen für ihren Verein, jedoch dieser oft genug die Strafe wegen euch kassiert. Nur zu gerne würde ich den Abend genießen, doch ich rege mich auf. Maßlos! Danke, dass eure Liebe die meine zerstört! Aus eurem Antifaschismus, wurde Faschismus! Ihr missachtet andersdenkende, andersliebende und toleriert nicht die Freiheit anderer. Weder in der Musik, noch im Leben. Danke! © Sandro “Tiz” Mehlberg

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